Game Designs

German Wargaming Center

Unsere Game Designs

Das Portfolio des German Wargaming Center umfasst eine vielfältige Reihe von Serious Games, Planspielen, Simulationsspielen und Wargames, die gezielt entwickelt wurden, um Entscheidungsprozesse unter Unsicherheit erfahrbar zu machen und strategisches Denken in komplexen Umgebungen zu fördern. In diesen Game Designs werden politische, militärische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Systeme in abstrahierter Form abgebildet, sodass ihre Dynamiken, Wechselwirkungen und inhärenten Unsicherheiten analysiert und reflektiert werden können.

Die Spiele ermöglichen es den Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die Konsequenzen strategischer Entscheidungen unmittelbar zu erleben und die Herausforderungen realer Entscheidungsfindung in einem geschützten, simulationsbasierten Umfeld zu erkunden. Sie dienen sowohl der Aus- und Weiterbildung von Fach- und Führungskräften als auch der strategischen Analyse, der Entwicklung und Erprobung von Szenarien sowie der Vorbereitung auf Krisen und Konfliktsituationen.

In ihrer Gesamtheit bilden diese Game Designs ein integriertes methodisches Instrumentarium, das Organisationen dabei unterstützt, ihre strategische Handlungskompetenz zu stärken, ihre Resilienz gegenüber komplexen und dynamischen Herausforderungen zu erhöhen und die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen unterschiedlichen Akteuren nachhaltig zu fördern.

Signature Games​

Entanglement ist das zentrale Signature Game des German Wargaming Center und wurde als eigens entwickeltes Research Wargame konzipiert, um strategische Entscheidungsprozesse in komplexen geopolitischen und geoökonomischen Kontexten systematisch zu untersuchen und erfahrbar zu machen. Es verbindet die methodische Strenge wissenschaftlicher Forschung mit der praktischen Anwendbarkeit strategischer Simulation und dient als Instrument zur Analyse zukünftiger Herausforderungen, zur strategischen Reflexion und zur Unterstützung institutioneller Lernprozesse.

Das Spiel wurde vom German Wargaming Center als modulares Forschungs- und Simulationsformat entwickelt und in Zusammenarbeit mit einer Vielzahl nationaler und internationaler Partner durchgeführt, darunter Bundesministerien, militärische Institutionen, internationale Organisationen, Unternehmen sowie politische Stiftungen und Forschungseinrichtungen. In diesen unterschiedlichen Anwendungskontexten wurde Entanglement genutzt, um strategische Fragestellungen zu untersuchen, etwa die Zukunft kritischer Rohstofflieferketten, die Resilienz europäischer Verteidigungskooperationen oder die Auswirkungen geopolitischer Machtverschiebungen auf internationale Partnerschaften und wirtschaftliche Abhängigkeiten.

Im Zentrum des Spiels steht die Simulation strategischer Interaktionen zwischen realitätsnah modellierten Akteuren, darunter Staaten, internationale Organisationen, Unternehmen und politische Institutionen. Die Teilnehmenden übernehmen diese Rollen und treffen Entscheidungen unter Bedingungen von Unsicherheit, unvollständiger Information und konkurrierenden Interessen. Anders als in linearen Szenarioplanungen entsteht die Spielrealität dynamisch aus der Interaktion der Teilnehmenden selbst. Strategische Entscheidungen verändern das Umfeld, erzeugen neue Handlungsoptionen und führen zu emergenten Entwicklungen, die die Komplexität realer geopolitischer Prozesse widerspiegeln.

Die methodische Struktur des Spiels basiert auf einem rundenbasierten Entscheidungsmodell, in dem die Teilnehmenden konkrete strategische Maßnahmen entwickeln und umsetzen, etwa diplomatische Initiativen, wirtschaftliche Investitionen, sicherheitspolitische Kooperationen oder regulatorische Interventionen. Diese Maßnahmen werden hinsichtlich ihrer Plausibilität, strategischen Wirkung und Anschlussfähigkeit bewertet und prägen die weitere Entwicklung der simulierten Welt. Dadurch entsteht ein interaktiver strategischer Raum, in dem Kooperation, Wettbewerb, Zielkonflikte und strategische Anpassungsprozesse unmittelbar erfahrbar werden.

Ein besonderer analytischer Mehrwert von Entanglement liegt in seiner Fähigkeit, institutionelle Entscheidungslogiken und strategische Verhaltensmuster sichtbar zu machen. Das Spiel zeigt, wie Akteure unter Unsicherheit Prioritäten setzen, wie wirtschaftliche, politische und sicherheitspolitische Instrumente kombiniert werden und wie institutionelle Perspektiven strategische Entscheidungen prägen. Gleichzeitig ermöglicht es, alternative Handlungspfade zu explorieren, implizite Annahmen zu hinterfragen und die Konsequenzen strategischer Entscheidungen in einem geschützten, simulationsbasierten Umfeld zu reflektieren.

Als Research Game dient Entanglement nicht nur der Ausbildung und Sensibilisierung, sondern auch der Gewinnung analytischer Erkenntnisse. Die im Spiel beobachteten Interaktionen, Entscheidungslogiken und Dynamiken liefern wertvolle qualitative Einsichten in strategisches Verhalten, institutionelle Handlungsmuster und mögliche zukünftige Entwicklungen. Auf diese Weise unterstützt Entanglement Organisationen dabei, ihre strategische Vorausschau zu stärken, ihre Entscheidungsfähigkeit zu reflektieren und ihre Handlungsfähigkeit in komplexen und dynamischen geopolitischen Umfeldern weiterzuentwickeln.

Als Signature Game des German Wargaming Center steht Entanglement exemplarisch für den Ansatz des Centers, wissenschaftlich fundierte, realitätsnahe und analytisch belastbare Wargaming-Formate zu entwickeln, die Forschung, strategische Analyse und praxisorientiertes Lernen miteinander verbinden.

Convergence ist ein Signature Research Game des German Wargaming Center und wurde als eigenständige gesamtgesellschaftliche Krisen- und Konfliktsimulation entwickelt, um die Handlungsfähigkeit staatlicher, wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Akteure unter Bedingungen komplexer und eskalierender Krisen systematisch zu analysieren. Das Spiel dient als Forschungs-, Analyse- und Ausbildungsinstrument zur Untersuchung von Entscheidungsprozessen, Koordinationsmechanismen und institutioneller Resilienz in hybriden und sektorübergreifenden Krisenlagen.

Im Zentrum von Convergence steht die Simulation einer komplexen Krisenumgebung, in der sicherheitspolitische Spannungen, hybride Bedrohungen, infrastrukturelle Störungen und gesellschaftliche Belastungen gleichzeitig auftreten und sich gegenseitig verstärken. Anders als klassische militärische Wargames konzentriert sich Convergence auf die gesamtgesellschaftliche Dimension von Krisen und Konflikten und untersucht, wie staatliche Institutionen, Sicherheitsakteure, wirtschaftliche Organisationen und gesellschaftliche Strukturen gemeinsam auf systemische Herausforderungen reagieren.

Die Teilnehmenden übernehmen Rollen aus unterschiedlichen institutionellen Kontexten, darunter öffentliche Verwaltung, Sicherheitsbehörden, Streitkräfte, Unternehmen, Betreiber kritischer Infrastrukturen und weitere relevante Akteure. Sie müssen unter Bedingungen begrenzter Ressourcen, unvollständiger Information und hoher Unsicherheit Entscheidungen treffen, Prioritäten setzen und Kooperationsmechanismen entwickeln. Dabei wird sichtbar, wie Handlungsfähigkeit nicht allein durch formale Zuständigkeiten entsteht, sondern durch die dynamische Interaktion von Akteuren, institutionellen Strukturen und situativen Anforderungen.

Ein besonderer Fokus liegt auf der sogenannten Grauzone zwischen Normalzustand und offener Krise, in der sich institutionelle Rollen, Verantwortlichkeiten und Entscheidungsprozesse erst herausbilden. In dieser Phase müssen Akteure Lagebilder entwickeln, operative Prioritäten definieren und Kooperationsstrukturen etablieren, während gleichzeitig Zeitdruck, Unsicherheit und systemische Belastungen zunehmen. Convergence macht diese Übergangsphase explizit erfahrbar und ermöglicht es, strukturelle Herausforderungen und potenzielle Handlungsoptionen in einem geschützten simulationsbasierten Umfeld zu analysieren.

Als Signature Research Game des German Wargaming Center verbindet Convergence wissenschaftlich fundierte Modellierung mit praxisnaher Anwendung. Das Spiel wurde gezielt entwickelt, um strategische Entscheidungsprozesse empirisch zu untersuchen, institutionelle Interaktionsmuster zu analysieren und Organisationen bei der Reflexion und Weiterentwicklung ihrer Krisen- und Entscheidungsstrukturen zu unterstützen. Es wird in Forschungsprojekten, strategischen Workshops und Ausbildungsformaten eingesetzt und kann flexibel an unterschiedliche Szenarien und institutionelle Kontexte angepasst werden.

Convergence steht exemplarisch für den Forschungsansatz des German Wargaming Center, Wargaming als analytisches Instrument zur Untersuchung komplexer gesellschaftlicher Systeme einzusetzen. Als eigenständige Entwicklung des Centers leistet das Spiel einen Beitrag zur Stärkung strategischer Vorausschau, institutioneller Resilienz und gesamtgesellschaftlicher Handlungsfähigkeit in einer zunehmend komplexen und dynamischen Sicherheitsumgebung.

Strategische & Hybride Konfliktsimulationen

HyDRA ist ein strategisches Wargame zur Analyse moderner hybrider Konflikte, in denen militärische, politische, wirtschaftliche, technologische und informationelle Instrumente miteinander kombiniert werden, um strategische Ziele unterhalb der Schwelle offener militärischer Konfrontation zu erreichen. Das Spiel simuliert die komplexe Dynamik solcher Konflikte und ermöglicht es den Teilnehmenden, hybride Bedrohungen aus der Perspektive unterschiedlicher strategischer Akteure zu analysieren und zu verstehen.

Die Teilnehmenden übernehmen Rollen als staatliche oder institutionelle Akteure und agieren entweder auf Seiten eines angreifenden oder eines verteidigenden Systems. Die angreifende Seite setzt ein breites Spektrum hybrider Instrumente ein, darunter Desinformationskampagnen, wirtschaftlicher Druck, politische Einflussnahme, Cyberoperationen oder die gezielte Destabilisierung gesellschaftlicher Strukturen. Die verteidigende Seite ist gefordert, diese Maßnahmen zu erkennen, zu bewerten und geeignete Gegenstrategien zu entwickeln, ohne dabei die eigene Legitimität, institutionelle Stabilität oder gesellschaftliche Resilienz zu gefährden.

Das Spiel verdeutlicht die Logik hybrider Konfliktführung als einen strategischen Wettbewerb um Einfluss, Wahrnehmung und strukturelle Verwundbarkeit. Es zeigt, wie hybride Strategien darauf abzielen, Entscheidungsräume zu beeinflussen, Unsicherheit zu erzeugen und institutionelle Handlungsfähigkeit zu untergraben, ohne die Schwelle zum offenen Konflikt zu überschreiten. Gleichzeitig macht es sichtbar, welche politischen, gesellschaftlichen und institutionellen Faktoren zur Resilienz gegenüber hybriden Bedrohungen beitragen.

Das German Wargaming Center hat die Projektverantwortung für die Weiterentwicklung von HyDRA übernommen und entwickelt das Spiel kontinuierlich als analytisches und didaktisches Instrument weiter. Dies umfasst die konzeptionelle Weiterentwicklung der Spielmechanik, die Anpassung an aktuelle sicherheitspolitische Herausforderungen, die Integration neuer hybrider Bedrohungsszenarien sowie die Durchführung und methodische Auswertung von Simulationen mit unterschiedlichen institutionellen Partnern.

HyDRA dient sowohl als Ausbildungsinstrument als auch als Analyse- und Reflexionswerkzeug. Es unterstützt Teilnehmende dabei, ein tieferes Verständnis für hybride Konfliktführung zu entwickeln, strategische Entscheidungsprozesse unter Unsicherheit zu reflektieren und institutionelle Handlungsoptionen in komplexen Bedrohungslagen zu erproben. Das Spiel eignet sich insbesondere für sicherheitspolitische Ausbildung, strategische Planung, interinstitutionelle Zusammenarbeit sowie für Organisationen, die sich mit Fragen nationaler und internationaler Sicherheit und Resilienz befassen.

Commander Sisu ist ein strategisches, kartenbasiertes Serious Game, das die Dynamik hybrider Konflikte in kompakter und zugänglicher Form abbildet. Es ermöglicht den Teilnehmenden, die komplexen Wechselwirkungen politischer, wirtschaftlicher, informationeller und sicherheitspolitischer Einflussnahme aus der Perspektive strategischer Entscheidungsträger zu erleben und zu analysieren.

Das Spiel wurde von Oberst i.G. Sönke Marahrens entwickelt, Fellow des German Wargaming Center und ausgewiesener Experte für hybride Konfliktführung und strategische Analyse. Als Teil des erweiterten Portfolios des German Wargaming Center wird Commander Sisu im Rahmen von Ausbildungs-, Analyse- und Sensibilisierungsformaten eingesetzt.

Im Spiel übernehmen die Teilnehmenden die Rollen staatlicher oder institutioneller Akteure und sehen sich mit einer Vielzahl hybrider Bedrohungen konfrontiert, darunter Desinformation, politische Einflussnahme, wirtschaftlicher Druck oder gesellschaftliche Destabilisierungsversuche. Sie müssen diese Entwicklungen bewerten, Prioritäten setzen und geeignete Gegenmaßnahmen entwickeln, während sie gleichzeitig ihre eigenen strategischen Ziele verfolgen und die langfristigen Auswirkungen ihrer Entscheidungen berücksichtigen.

Commander Sisu verdeutlicht, wie hybride Bedrohungen gezielt Unsicherheit erzeugen und institutionelle Verwundbarkeiten ausnutzen. Gleichzeitig macht das Spiel sichtbar, wie wichtig strategische Kohärenz, interinstitutionelle Zusammenarbeit und vorausschauende Entscheidungsfindung für den Umgang mit solchen Bedrohungen sind.

Durch seine kompakte Struktur eignet sich Commander Sisu sowohl als Einstieg in die Thematik hybrider Konfliktführung als auch als ergänzendes Instrument für strategische Ausbildung, Sensibilisierung und Analyse. Es fördert strategisches Denken, Kommunikationsfähigkeit und ein vertieftes Verständnis moderner Konfliktdynamiken in einem interaktiven und praxisnahen Format.

Hedgemony ist ein strategisches Wargame zur Analyse internationaler Machtpolitik und strategischer Ressourcenallokation auf höchster staatlicher Entscheidungsebene. Das Spiel wurde von der RAND Corporation entwickelt und dient als analytisches Instrument zur Untersuchung strategischer Entscheidungsprozesse im Kontext langfristiger geopolitischer Konkurrenz.

Im Spiel übernehmen die Teilnehmenden die Rollen staatlicher Entscheidungsträger und sind verantwortlich für die Planung und den Einsatz begrenzter politischer, wirtschaftlicher und militärischer Ressourcen. Ziel ist es, nationale Interessen zu sichern, strategische Handlungsfähigkeit zu erhalten und die eigene Position im internationalen System gegenüber konkurrierenden Akteuren zu stärken. Dabei müssen die Teilnehmenden Prioritäten setzen, strategische Risiken abwägen und ihre Entscheidungen an ein sich dynamisch veränderndes geopolitisches Umfeld anpassen.

Hedgemony verdeutlicht die strukturellen Zielkonflikte strategischer Planung unter Bedingungen begrenzter Ressourcen und langfristiger Unsicherheit. Die Teilnehmenden erleben, wie Entscheidungen in einem Handlungsfeld weitreichende Konsequenzen in anderen Bereichen nach sich ziehen können und wie strategische Konkurrenz, Abschreckung und Kooperation miteinander verflochten sind.

Das German Wargaming Center setzt Hedgemony im Rahmen von Ausbildungs-, Analyse- und Strategieworkshops ein und nutzt das Spiel als Instrument zur Vermittlung grundlegender Konzepte strategischer Planung und internationaler Machtpolitik. Durch professionelle Moderation, strukturierte Durchführung und analytische Auswertung unterstützt das German Wargaming Center Organisationen dabei, strategische Entscheidungsprozesse zu reflektieren, institutionelle Perspektiven zu erweitern und ein vertieftes Verständnis geopolitischer Dynamiken zu entwickeln.

Hedgemony eignet sich insbesondere für strategische Ausbildung, sicherheitspolitische Analyse und die Reflexion langfristiger Planungsprozesse in Ministerien, Streitkräften, Forschungseinrichtungen und sicherheitspolitischen Organisationen.

Krisenmanagement & Methodik

Neustart ist ein realistisches Krisensimulationsspiel, das entwickelt wurde, um die Entscheidungsfähigkeit von Verwaltungen, Behörden und Organisationen in Szenarien großflächiger und langanhaltender Infrastrukturausfälle zu trainieren. Im Zentrum steht ein umfassender Stromausfall, dessen Auswirkungen sich schrittweise auf zentrale Bereiche des öffentlichen Lebens ausweiten, darunter Kommunikation, Versorgung, Sicherheit und Verwaltung.

Die Teilnehmenden übernehmen die Rollen eines kommunalen Krisenstabs und sind gefordert, unter Bedingungen hoher Unsicherheit und zunehmenden Zeitdrucks strategische und operative Entscheidungen zu treffen. Sie müssen Lageinformationen bewerten, Prioritäten definieren, Maßnahmen koordinieren und mit einer Vielzahl von Akteuren interagieren, darunter Einsatzkräfte, Versorgungsunternehmen, politische Entscheidungsträger und die Öffentlichkeit. Dabei wird deutlich, wie eng unterschiedliche kritische Infrastrukturen miteinander verbunden sind und wie schnell Störungen in einem Bereich weitreichende systemische Auswirkungen entfalten können.

Das German Wargaming Center bietet Neustart als professionell moderiertes Simulationsformat an und übernimmt die vollständige Spielleitung und Durchführung. Dies umfasst die Vorbereitung des Szenarios, die strukturierte Moderation des Spielverlaufs, die dynamische Einbringung neuer Lageentwicklungen sowie die anschließende Auswertung und Reflexion der getroffenen Entscheidungen. Durch diesen methodisch begleiteten Prozess wird sichergestellt, dass die Simulation nicht nur ein realistisches Erlebnis darstellt, sondern auch gezielte strategische Lernprozesse ermöglicht.

Ein besonderer Fokus liegt auf der Analyse von Entscheidungsprozessen unter Unsicherheit, der interinstitutionellen Koordination sowie der Identifikation struktureller Herausforderungen und potenzieller Verbesserungspotenziale. Die Simulation ermöglicht es den Teilnehmenden, die Konsequenzen ihrer Entscheidungen unmittelbar zu erleben und ihre bestehenden Prozesse und Annahmen kritisch zu reflektieren.

Neustart wird vom German Wargaming Center insbesondere zur Ausbildung und Weiterbildung von Krisenstäben, zur Vorbereitung auf komplexe Krisenszenarien sowie zur Stärkung institutioneller Resilienz eingesetzt. Das Format eignet sich für öffentliche Verwaltungen, Behörden, Organisationen mit Sicherheitsaufgaben sowie Betreiber kritischer Infrastrukturen und unterstützt Organisationen dabei, ihre Handlungsfähigkeit in Krisensituationen nachhaltig zu verbessern.

Blotto ist ein experimentelles strategisches Wargame zur Analyse von Entscheidungsverhalten unter Bedingungen begrenzter Ressourcen, Unsicherheit und strategischer Konkurrenz. Das Spiel wurde von Prof. Dr. Klaus Beckmann, Präsident der Helmut-Schmidt-Universität Universität der Bundeswehr Hamburg und Fellow des German Wargaming Center, entwickelt und basiert auf dem klassischen Colonel Blotto Modell der Spieltheorie, das als grundlegendes Modell für strategische Ressourcenallokation gilt.

Im Zentrum des Spiels steht die Herausforderung, begrenzte Ressourcen auf mehrere konkurrierende Handlungsfelder zu verteilen, etwa militärische, wirtschaftliche oder politische Dimensionen. Die Teilnehmenden müssen strategische Entscheidungen treffen, ohne vollständige Kenntnis der Entscheidungen ihrer Gegenseite, und dabei sowohl kurzfristige Effekte als auch langfristige Konsequenzen berücksichtigen. Das Spiel verdeutlicht, dass strategischer Erfolg nicht allein von der Höhe verfügbarer Ressourcen abhängt, sondern maßgeblich von deren effektiver Priorisierung und Verteilung.

In seiner erweiterten Form bildet Blotto mehrere miteinander verknüpfte strategische Dimensionen ab, darunter militärische Fähigkeiten, wirtschaftliche Produktionskapazitäten und politische Einflussfaktoren. Entscheidungen in einem Bereich beeinflussen die Handlungsmöglichkeiten in anderen Bereichen, wodurch komplexe strategische Interdependenzen entstehen. Gleichzeitig erlaubt die bewusst reduzierte Komplexität des Spiels eine klare analytische Betrachtung strategischer Entscheidungslogiken und ihrer Konsequenzen.

Das German Wargaming Center setzt Blotto als Research Game sowie als Instrument für Ausbildung und strategische Analyse ein. Aufgrund seiner klaren Struktur und flexiblen Anpassbarkeit eignet sich das Spiel sowohl für experimentelle Anwendungen im Forschungskontext als auch für die Vermittlung grundlegender strategischer Konzepte. Es ermöglicht die systematische Analyse menschlicher Entscheidungsprozesse und unterstützt Organisationen dabei, strategisches Denken, Priorisierungsfähigkeit und Entscheidungsqualität unter Unsicherheit zu reflektieren und weiterzuentwickeln.

Blotto eignet sich insbesondere für Forschungszwecke, strategische Ausbildung sowie die Vermittlung grundlegender Prinzipien strategischer Planung und Entscheidungsfindung in militärischen, politischen und institutionellen Kontexten.

Das preußische Kriegsspiel ist der historische Ursprung moderner militärischer Simulation und bildet bis heute die konzeptionelle Grundlage für strategisches und operatives Wargaming. Es wurde im 19. Jahrhundert entwickelt, um Offiziere systematisch auf die Herausforderungen militärischer Führung vorzubereiten und Entscheidungsfindung unter realitätsnahen Bedingungen zu trainieren.

Im Zentrum des Spiels steht die Simulation militärischer Operationen in einem dynamischen und von Unsicherheit geprägten Umfeld. Die Teilnehmenden übernehmen militärische Führungsrollen und treffen operative Entscheidungen auf Grundlage begrenzter und teilweise unvollständiger Lageinformationen. Ihre Entscheidungen werden durch eine Spielleitung bewertet und in konkrete Auswirkungen auf die simulierte Lage übersetzt. Dadurch entsteht eine interaktive Entscheidungsumgebung, in der die Konsequenzen strategischer und operativer Maßnahmen unmittelbar sichtbar werden.

Ein zentrales Merkmal des preußischen Kriegsspiels ist die realistische Abbildung militärischer Entscheidungsprozesse, einschließlich des sogenannten Fog of War, der Unsicherheit über gegnerische Absichten und Fähigkeiten sowie der zeitverzögerten Wirkung eigener Entscheidungen. Das Spiel verdeutlicht, dass militärische Führung nicht allein auf formalen Regeln basiert, sondern maßgeblich von Urteilsvermögen, Erfahrung und der Fähigkeit abhängt, unter Unsicherheit handlungsfähig zu bleiben.

Das German Wargaming Center setzt das preußische Kriegsspiel im Rahmen von Ausbildungs-, Analyse- und Forschungsformaten ein und knüpft damit bewusst an die historische Tradition wissenschaftlich fundierter militärischer Entscheidungssimulation an. In der Durchführung dient das Spiel sowohl der Vermittlung grundlegender Prinzipien operativer Führung als auch der Reflexion moderner strategischer Entscheidungsprozesse in komplexen sicherheitspolitischen Umfeldern.

Als Ursprung moderner Wargaming Methodik besitzt das preußische Kriegsspiel bis heute eine besondere Bedeutung. Es vermittelt grundlegende Prinzipien strategischer Entscheidungsfindung, fördert analytisches und systemisches Denken und bildet eine methodische Brücke zwischen historischer militärischer Ausbildung und modernen Formen strategischer Simulation.

Strategic Game Design Lab

Methodisches Ausbildungs- und Forschungsformat zur Entwicklung analytischer Wargames

Das Strategic Game Design Lab ist ein methodisch ausgerichtetes Ausbildungs- und Forschungsformat des German Wargaming Center zur systematischen Entwicklung analytischer Wargames und strategischer Simulationsspiele. Es wurde erstmals im Rahmen des internationalen Seminars “Wargaming and Strategy Formulation in International Security: Training for Emerging Challenges” durchgeführt und dient als strukturierter Ansatz zur Übersetzung strategischer Fragestellungen in belastbare Game Designs.

Im Zentrum des Formats steht nicht primär das Spielen bestehender Spiele, sondern die Entwicklung neuer analytischer Spielkonzepte ausgehend von realen strategischen Problemen. Die Teilnehmenden arbeiten in einem strukturierten Designprozess daran, strategische Fragestellungen präzise zu definieren, ihre zugrundeliegenden Annahmen zu analysieren und geeignete Spielmechaniken zu identifizieren, die es ermöglichen, diese Fragestellungen methodisch zu untersuchen. Dabei wird der Designprozess selbst zu einem analytischen Instrument, das hilft, komplexe strategische Probleme zu strukturieren und ihre zentralen Entscheidungsdimensionen sichtbar zu machen.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der systematischen Exploration der eigentlichen Problemstellung. Durch moderierte Designprozesse und analytische Methoden werden implizite Annahmen, Zielkonflikte und Entscheidungskontexte offengelegt. Aufbauend auf dieser Problemstruktur entwickeln die Teilnehmenden Spielmechaniken, Entscheidungsräume und Interaktionsmodelle, die geeignet sind, relevantes Entscheidungsverhalten zu erzeugen und strategische Dynamiken sichtbar zu machen. Dieser Ansatz folgt dem Grundprinzip, dass jedes analytische Wargame mit einer klar definierten Forschungsfrage beginnt und seine Struktur gezielt darauf ausgerichtet ist, Erkenntnisse über strategisches Verhalten, institutionelle Entscheidungslogiken und systemische Dynamiken zu generieren.

Das Strategic Game Design Lab vermittelt dabei zentrale Prinzipien des professionellen Wargame-Designs, darunter die Definition analytischer Ziele, die Modellierung strategischer Akteure und Entscheidungsräume, die Entwicklung geeigneter Spielmechaniken und Adjudikationsverfahren sowie die strukturierte Beobachtung und Auswertung von Spielerentscheidungen. Die Teilnehmenden lernen, wie Spiele als empirische Forschungsmethode eingesetzt werden können, um qualitative Erkenntnisse über strategische Interaktion, Entscheidungsprozesse unter Unsicherheit und mögliche zukünftige Entwicklungen zu gewinnen.

Das Format verbindet theoretische Grundlagen mit praktischer Anwendung. In interdisziplinären Teams entwickeln die Teilnehmenden eigene Game Designs, die reale sicherheitspolitische, geopolitische oder geoökonomische Fragestellungen adressieren. Dieser iterative Designprozess umfasst die Analyse des strategischen Kontexts, die Definition der analytischen Zielsetzung, die Entwicklung von Szenarien und Spielmechaniken sowie die anschließende Testung und Reflexion der entwickelten Spiele.

Als Ausbildungs- und Forschungsformat unterstützt das Strategic Game Design Lab Organisationen dabei, Wargaming nicht nur als Trainingsinstrument, sondern als systematische Forschungsmethode zu verstehen und anzuwenden. Es stärkt die Fähigkeit, strategische Probleme analytisch zu strukturieren, geeignete Simulationsmodelle zu entwickeln und Wargaming gezielt zur Untersuchung komplexer strategischer Fragestellungen einzusetzen.

Das Strategic Game Design Lab steht exemplarisch für den Ansatz des German Wargaming Center, Wargaming als wissenschaftlich fundierte Methode zur strategischen Analyse und Erkenntnisgewinnung weiterzuentwickeln und Entscheidungsträger sowie Analysten in die Lage zu versetzen, eigene analytische Simulationsformate zu konzipieren und anzuwenden.