Hans-Jörg Detlefsen

Fellow

Hans-Jörg Detlefsen, geboren 1963 in Böel (Schleswig-Holstein), war Flottillenadmiral der Deutschen Marine und in seiner letzten Verwendung  Leiter der Gruppe 23 im Bundeskanzleramt. Er ist seit dem 31.03.2026 im Ruhestand.

Als erfahrener Marinefliegerkommandeur und früherer Commander Maritime Air der NATO (MARCOM) und seiner fast 20 jährigen Erfahrung im Leitungsbereich des BMVg, der EU/ NATO und dem Bundeskanzleramt verfügt er über tiefgehende Expertise in der Verteidigungspolitik und internationalen Bündnispolitik. Er war maßgeblich an der Umwandlung des Bundessicherheitsrates in den Nationalen Sicherheitsrat beteiligt und gestaltete als Architekt der neuen Stabsstelle die operative Transitionsphase dieser zentralen Schaltstelle für Deutschlands Sicherheit.

Nach seinem Eintritt in die Bundeswehr 1983 und der Ausbildung zum Marineflieger (Tornado) folgten zahlreiche Führungs- und Stabsverwendungen. Von 2013 bis 2016 war er Kommandeur des Marinefliegerkommandos Nordholz und bereitet dort maßgeblich die Modernisierung des Standortes mit neuen Luftfahrzeugen (NH90, P-8 Poseidon, Drohnen) vor.

Von 2019 bis 2022 diente er als *Commander Maritime Air* beim Allied Maritime Command (MARCOM) der NATO in Northwood (UK) und führte dort alle Seeluftstreitkräfte der Allianz auch während des Überfall Russlands auf die Ukraine im Februar 2022 um die NATO Ostgrenze auf See abzusichern.

Detlefsen gilt als einer der Architekten der sicherheitspolitischen „Zeitenwende“ im Kanzleramt. Er diente im Zeitraum 2017 bis 2026 drei Bundeskanzler*innen und 4 Nationalen Sicherheitsberatern. Detlefsen stand für einen strategisch-pragmatischen, gesamtstaatlichen Ansatz, der Verteidigung, Wirtschaft und Gesellschaft verbindet. Fachkreise schätzen ihn als nüchternen Analysten und verlässlichen Brückenbauer zwischen nationalen und internationalen Partnern.

Sein Wirken prägte auch die deutsche Sicherheitsarchitektur in der Zeitenwende im Bereich Schutz maritimer und kritischer Infrastrukturen bis hin zur Integration deutscher Beiträge in NATO-Operationen und der Umsetzung einer gesamtstaatlichen Verantwortung für Sicherheit und Verteidigung.

Sein Engagement für die Professionalisierung des Wargamings folgt seiner Überzeugung, dass komplexe Sicherheitsarchitekturen heute weniger an fehlenden Ressourcen als an kognitiven Silos scheitern.

Er begreift Wargaming als ein wesentliches integratives Medium, um die Synchronisation von analytischer Schärfe, strategischer Entscheidungskraft und pragmatische Antizipation über Ressortgrenzen hinweg im Team zu trainieren. Gerade im Kontext einer sehr volatilen und hochkomplexen Welt- Wirtschaft- und Gesellschaftsordnung ist Wargaming für ihn nicht nur ein Simulations-Werkzeug, sondern ein geschützter Übungsraum der ein Out-Of-The-Box Denken ermöglicht und die Teilnehmer auf ein neues strategisches Level bringt. Es zwingt Institutionen und Fachleute dazu, die eigene Perspektive zu verlassen und im dynamischen Zusammenspiel eine echte Kohärenz zu entwickeln.

Als Fellow ist es sein Ziel, Wargaming als Standard für vernetztes Denken zu etablieren, damit aus isolierten Einzelmeinungen eine noch bessere belastbare, gesamtgesellschaftliche Handlungsfähigkeit entsteht.